Lesen und Schreibenlernen


Schreiben mit der Anlauttabelle
Schreiben mit der Anlauttabelle

„Nun kannst du alle Wörter der Welt schreiben!“ Mit diesen Worten, so erzählte uns Jürgen Reichen in einer Fortbildung zu seiner Methode „Lesen durch Schreiben“, überreiche er den Kindern am ersten Tag die Buchstabentabelle. Die Kinder finden darauf die gängigsten Buchstaben des Alphabets und entsprechende Abbildungen von Wörtern, die mit diesem Laut beginnen.

So schreiben die Erstklässler ab dem ersten Tag Wörter, die ihnen wichtig sind, können auch schwierige Wörter nutzen, die in keiner herkömmlichen Fibel zu finden sind. Schon früh entstehen eigene Texte oder sogar Geschichten. Die Kinder brauchen Zeit sich zu entwickeln, auch wenn nicht alle Wörter sofort lautgetreu und vollständig sind.
 
Jedes Kind kommt mit anderen Anfangsbedingungen in die Schule. Statt im Gleichschritt des Fibellehrgangs zu lernen, werden die Kinder individuell ans Schreiben herangeführt. Es wird auf den Vorkenntnissen aufgebaut, so dass alle Kinder nach ihren Möglichkeiten gefördert werden können.

In der Folgezeit nutzen die Kinder intensiv die Buchstabentabelle und schreiben. Der Zusammenhang zwischen Lauten und Buchstaben wird dabei immer deutlicher. Indem sie schreiben, lernen sie lesen. Plötzlich macht es bei den Kindern „klick“ und sie können lesen. Diesen Augenblick mit dem Kind zu teilen ist für alle Beteiligten – Eltern, Großeltern oder Lehrer – ein magischer Moment.

Ist dieser Schritt geschafft, schließt sich in der zweiten Phase das Erlernen der Schreibschrift und erster Rechtschreibregeln an. Auch mit dem Lesen üben kann nun begonnen werden.

Wir wollen Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit und nicht nur als Schüler sehen. Ihre Stärken, Interessen und Vorlieben sollen berücksichtigt werden und einfließen in den Unterricht, die Motivation und Lernfreude erhalten bleiben.

Diese Zielsetzung erreichen wir durch die Leselernmethode nach Reichen und offene Unterrichtsformen. All dies mündet ein in das große Ziel: Die Schüler sollen begleitet und gefördert werden auf dem Weg zu mündigen Erwachsenen, die Verantwortung übernehmen und im christlichen Glauben verankert sind.





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