Bernostiftung - Schulträger mit Mehrwert


Die Bernostiftung – ein bewährter und regional gut vernetzter Schulträger für die katholischen Schulen in Mecklenburg

Am 8. Juni 2020 hat das Erzbistum die Absicht veröffentlicht, die Bernostiftung aufzulösen und deren Schulen in die eigene Trägerschaft zu überführen. Für die Bernostiftung kam diese Ankündigung überraschend. Sie war auch nicht vorhersehbar, da die Auflösung der Bernostiftung in den regelmäßigen Beratungen der Stiftung mit dem Erzbistum kein Thema war und auch die Stelle des Stiftungsdirektors Anfang des Jahres vom Erzbistum ausgeschrieben wurde. Vielmehr sollte in den Gesprächen abgestimmt werden, wie in einem kooperativen Zusammenwirken die Schulträgeraufgaben für die katholischen Schulen und Horte in Mecklenburg jetzt und in Zukunft bewältigt werden.

Für die Bernostiftung als anerkanntem Schulträger der katholischen Schulen und Horte in Mecklenburg ist kein Grund ersichtlich, sich aufzulösen und damit eine Änderung der Trägerschaft herbeizuführen.

Die Bernostiftung hat in der pädagogischen Arbeit und bei der Qualitätsentwicklung ihrer Schulen und Horte viel erreicht und wird alles daran setzen, diese erfolgreiche Arbeit fortzuführen. Dabei wird sie sich weiterhin insbesondere an den nachfolg:nden fünf Aufgabenfeldern orientieren.

1. Die Bernostiftung begleitet und fördert die katholischen Schulen und Horte bei der pädagogischen Arbeit und der Qualitätsentwicklung.

  • Arbeit nach dem Subsidiaritätsprinzip:

Die Grundlagen unserer Arbeit sind die Prinzipien der katholischen Soziallehre: Personalität, Subsidiarität und Solidarität. Nach dem Subsidiaritätsprinzip soll eine Aufgabe möglichst vor Ort, also regional übernommen werden. Übergeordnete Stellen sollten nur dann eingreifen, wenn die untergeordnete Stelle dies nicht kann. Ein Grundsatz der Subsidiarität ist: Hilfe der übergeordneten Stelle zur Selbsthilfe der untergeordneten Stelle. Nach diesem Grundsatz unterstützen wir unsere Schulen und Horte und erwarten Unterstützung des Erzbistums Hamburg.

  • Einführung der Mindeststandards:

In den Mindeststandards haben wir wesentliche Elemente des reformpädagogischen Konzepts vom Marchthaler Plan aufgenommen und für die Schulen festgelegt. Dazu gehören u.a.: offener Anfang, wöchentlicher Morgenkreis, täglicher Morgenimpuls, begleitete Mittagszeit, vernetzter Unterricht, selbständiges Lernen, Prinzipien des Fachunterrichts.

Es lautet: „Ihr seid zur Freiheit berufen, (...) dient einander in Liebe."
Themen sind: Frohe Botschaft des Evangeliums, Menschenwürde, Verantwortung, Bewahrung der Schöpfung, Lernen mit hoher Qualität, Mitgestaltung der Gesellschaft.

  • Zielvereinbarungsprozesse:

Ziel dieser Austauschprozesse zwischen der Bernostiftung und den einzelnen Schulen und Horte ist es, die Qualitätsentwicklung der Einrichtungen zu fördern und gezielt zu unterstützen und die Wirksamkeit vereinbarter Ziele zu evaluieren. Ein Beispiel ist die gegenseitige Hospitation der Lehrerinnen und Lehrer.

- Weitere Informationen:
"Auf Kurs bleiben - Wie die Bernostiftung pädagogische Qualität entwickelt" (LebensWerteSchule 2/2016)
"Veränderungen gestalten" (LebensWerteSchule 2020)

  • Digitalisierung:

Mit der Verabschiedung des Digitalpakts der Bundesregierung wurden in allen Schulen und in der Bernostiftung Arbeitsgruppen eingerichtet, um die Konzeptpapiere für die Bedarfe und nötigen Fortbildungsmaßnahmen zu erarbeiten. Im ersten Schulhalbjahr 2020/2021 werden die Schulen antragsfähig sein. Unterstützt werden wir dabei durch eine festangestellte IT-Fachkraft. Dass „digitale Bildung" schon vor Corona bei der Bernostiftung groß geschrieben wurde, zeigt die Etablierung der eigenen Plattform „Bernonet".

- Weitere Informationen: "Digital? Schon fast normal!" (LebensWerteSchule 2020)

  • Inklusion:

An allen Schulen sind sonderpädagogische Lehrkräfte angestellt, die unsere Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf intensiv begleiten, fördern und die Fachlehrer unterstützen. Dafür stellen wir erheblich mehr Personalkosten zur Verfügung als über die Finanzhilfe des Landes refinanziert wird. Ein besonderes Instrument in unserer eigenen Rahmenschulordnung ist der Pädagogische Ausschuss, der wöchentlich tagt und in dem wir intensiv über einzelne Schülerinnen und Schüler beraten. Unterstützt wird diese Arbeit jeweils von einer fest an der Schule angestellten Schulsozialarbeiterin.

  • Berufs- und Studienorientierung:

Die Schülerinnen und Schüler werden im Laufe ihrer Schulzeit und ihrer persönlichen Entwicklung angemessen und kompetent auf ihren Übergang in die Berufswelt vorbereitet. Beide weiterführenden Schulen habe für ihre Arbeit das Berufswahl-Siegel MV erhalten. Die Bernostiftung unterstützt die Schulen insbesondere bei den Kooperationen mit den Institutionen und Firmen vor Ort.

Weiterführende Links:
- Berufsorientierung an der Niels-Stensen-Schule Schwerin
- Artikel aus der LebensWertenSchule 2019: "Fit für den Job - Vorbildliche 
  Berufsorientierung wird ausgezeichnet"
- Berufs- und Studienorientierung an der Don-Bosco-Schule Rostock

  • Fortbildungen:

Die pädagogische Abteilung der Bernostiftung unterstützt die Einrichtungen bei ihren jährlich geplanten Fortbildungen. Auch dabei kommen ihr besonders die Vernetzungen vor Ort zugute. Im Zweijahresrhythmus führt die Bernostiftung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Fortbildung mit einer Übernachtung in der Regel in Salem durch. Die letzte fand sehr erfolgreich am 6./7. Februar 2020 zum Thema digitale Bildung statt.

  • Gemeinsame Katholische Schulinspektion (GKSI):

Die Ergebnisse der ersten und zweiten Schulinspektion durch Teams der GKSI zeigten, dass an den Schulen der Bernostiftung sehr gute Arbeit geleistet wird. Wichtiger noch als diese Abbildung der guten Arbeit, ist die Umsetzung der neuen, durch die Inspektionen gegebenen Impulse.

- Weitere Informationen: "Brücke zwischen den Erzbistümern - GKSI 2.0 untersucht die Schulqualität katholischer Schulen" (LebensWerteSchule 2019)

2. Die Bernostiftung begleitet die katholischen Schulen und Horte als Orte kirchlichen Lebens in Mecklenburg.

  • Enger Kontakt zu den Stiftungspfarreien:

Die Pfarreien St. Anna in Schwerin und Herz Jesu in Rostock sind Stiftungsgründer der Bernostiftung. Wir pflegen mit ihnen regelmäßigen Kontakt und ihre Pfarrer sind beratende Mitglieder im Stiftungsrat. Alle Mitglieder im Stiftungsrat arbeiten ehrenamtlich. Schulen und Pfarreien arbeiten auf vielseitige Weise z.B. bei der Gestaltung von Gottesdiensten oder bei Aktionen wie den Sternsingern zusammen. Es gibt eine hohe Identifikation der Gemeinden, der Lehrkräfte, der Schülerinnen und Schüler und der Eltern mit den Schulen und der Bernostiftung.

  • Schule als Orte kirchlichen Lebens

Das Kirchenjahr wird in den Einrichtungen mit Gottesdiensten und besonderen Angeboten und Aktionen abgebildet. Für diese Aufgaben ist nicht alleine die Schulseelsorge zuständig. Es gibt eine Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen, die diese Aufgaben übernehmen und unterstützen. Mit Unterstützung der Bernostiftung werden religionspädagogische Angebote und Besinnungstage durchgeführt.

  • Wertschätzender Umgang – Teamarbeit:

Besonderen Wert legt die Bernostiftung auf einen wertschätzenden Umgang der an Schule und Hort beteiligten Personen untereinander und miteinander. In den Mindeststandards der Bernostiftung ist dies bei der gewünschten Teamarbeit wichtig, die sich durch professionelle Lehrgemeinschaften und gemeinsame Unterrichtsvorbereitung auszeichnet.

  • Wegweiser-Projekt:

Jugendliche, die nicht in einem vom Glauben geprägten Umfeld aufwachsen, haben mitunter eine ganze Reihe Sinnfragen, die sie sich stellen auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. Auch wenn sie an der Schule umgeben von gelebten Elementen des christlichen Glaubens sind, können sie davon nicht zwangsläufig etwas auf sich übertragen. Vor diesem Hintergrund gibt es für konfessionslose Schülerinnen und Schüler dieses Projekt, das sich als Wegbegleiter für einige Monate versteht.

- Weitere Informationen: 
  "Auf dem Weg zum Erwachsenwerden" (LebensWerteSchule 2019)

3. Die Bernostiftung sichert die wirtschaftliche Grundlage für die katholischen Schulen und Horte in Mecklenburg.

  • Finanzierungsgrundlage der Schulen:

Die Schulen finanzieren sich im Wesentlichen aus der Finanzhilfe des Landes (ca. 58 % des gesamten Etats), dem Schullastenausgleich (ca. 16 %), dem Schulgeld der Eltern (ca. 18 %) und, wie in der Satzung der Stiftung vorgesehen, aus kirchlichen Mitteln (ca. 7 %). Der Rest sind sonstige Einnahmen, insbesondere Spenden.

  • Finanzierungsgrundlage der Horte:

Die Horte werden hauptsächlich vom Land und den Kommunen finanziert. Zurzeit führt die Bernostiftung jährlich Entgeltverhandlungen durch. Dabei ist es von Vorteil, dass der Hortträger vor Ort ist und bei den Ämtern ein hohes Ansehen genießt, wie auch das KTK-Gütesiegel zeigt. Ferner ist der Hort der Don-Bosco-Schule in Rostock Konsultationskita des Landes M-V.

  • Verantwortungsvoller Umgang mit den Finanzen:

Der Unterstützungsbedarf der Bernostiftung durch kirchliche Mittel der Katholiken im Erzbistum Hamburg beträgt gemäß der mit dem Erzbistum Hamburg erörterten Mittelfristplanung ca. 1,1 Mio. € jährlich. In diesem Zuschussbedarf sind enthalten

- Finanzierung, Tilgung und Abschreibung der vorhandenen Schulgebäude plus zusätzlicher Bildung von Instandhaltungsrücklagen,
- Finanzierung der geplanten Sporthallenneubauten in Schwerin und Rostock
- Verbeamtung von Lehrkräften und
- Personalkostenübernahme für die Schulsozialarbeiter und Schulseelsorger.

Dieser Unterstützungsbedarf beträgt ca. 700 € pro Schülerin bzw. Schüler. Dieser Schülerkostensatz liegt nach unserem Kenntnisstand deutlich unter dem Schülerkostensatz für die katholischen Schulen in Hamburg.

4. Die Bernostiftung erfüllt ihre Aufgaben als kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts.

  • Stiftungszweck:

Zweck der Stiftung ist die Förderung des katholischen Schul- und Erziehungswesens sowie die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu christlicher Lebensgestaltung und Weltverantwortung auf der Grundlage des katholischen Glaubens. Sie verwirklicht diesen Zweck insbesondere durch die Einrichtung und Trägerschaft, der Verwaltung und Unterstützung sowie die Förderung katholischer Schulen sowie anderer Bildungs- und Erziehungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg und Schleswig-Holstein. Sie nimmt teil am Auftrag der Kirche.

  • Katholische Leuchttürme im säkularen Umfeld:

Bei der Einweihung der weiterführenden Don-Bosco-Schule sprach der damalige Erzbischof Thissen über die Bedeutung „katholischer Leuchttürme im säkularen Umfeld". Solche Leuchttürme sind nicht nur die katholischen Schulen in Mecklenburg, sondern auch die Bernostiftung selbst. Ein weiterer Leuchtturm ist der von der Bernostiftung genehmigte Leistungskurs in katholischer Religion an der Don-Bosco-Schule, der einzige in M-V.

  • Keine Gründe für einen Schulträgerwechsel:

Der Stiftungsrat der Bernostiftung sieht keine von unserer Satzung vorgegebenen Gründe, die Bernostiftung aufzuheben. Die Bernostiftung ist keine Ertragsstiftung. Seit der Gründung der Bernostiftung ist klar, dass sie als Gebrauchsstiftung auf kirchliche Mittel angewiesen ist. Seit der Gründung hat sich nichts fundamental verändert, was jetzt eine Auflösung der Stiftung notwendig machte. Die Bernostiftung hat die Pflicht, den Stiftungszweck zu wahren. Das Erzbistum hat die kirchliche Stiftungsaufsicht, diese beinhaltet Aufsicht, Beratung und Unterstützung zur Wahrung des Stiftungszwecks.

5. Die Bernostiftung ist in Mecklenburg-Vorpommern ein staatlich anerkannter Schulträger.

  • Staatlich anerkannte Ersatzschulen:

Die Bernostiftung ist ein staatlich anerkannter Schulträger in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Aufgrund dieser staatlichen Anerkennungen erfolgen u.a. auch die Finanzhilfen des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die Schulen in Schwerin und Rostock und des Landes Schleswig-Holstein für die Schule in Lübeck. Die Bedingungen und Auflagen, unter denen die zuständigen Ministerien in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein einer Übertragung der Schulträgerschaft von der Bernostiftung auf das Erzbistum Hamburg genehmigen, sind bisher nicht geklärt.

  • Gute Vernetzung vor Ort:

Die Bernostiftung genießt beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und dem Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) sowie bei den Schulträgern und weiteren öffentlichen Einrichtungen ein sehr hohes Ansehen. Die Mitarbeit mehrerer Lehrkräfte in Kommissionen des Landes wird sehr geschätzt. Auch mit den anderen freien Schulträgern arbeitet die Bernostiftung eng zusammen, was z.B. in unseren Verhandlungen über den Digitalpakt mit der Landesregierung von M-V zu einem guten Ergebnis führte.

  • Ausbildung von Referendaren im eigenem Studienseminar:

Die Bernostiftung unterhält nach hiesigem Kenntnisstand als einziger freier Schulträger in Deutschland ein eigenes Studienseminar zur Ausbildung von Referendaren. Das Studienseminar genießt landesweit ein hohes Ansehen und ist seit zehn Jahren ein wichtiges Instrument zur Personalgewinnung. Es ist ein besonderer Anlaufpunkt für katholische Lehramtsanwärter aus der gesamten Bundesrepublik.

- Weitere Informationen: "Arbeit an der Zukunft" (LebensWerteSchule 2019)

Schwerin, 18.06.2020

gez.

Bernhard Humpert                     Hasko Schubert
Stiftungsdirektor                        Stiftungsratsvorsitzender


Informationen als Download.





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